Hierbei beginnt die Vorbereitung zur Geburt. Das sind die Eröffnungswehen, die Geburtwege weiten sich, alles wird geschmeidig und dehnbar. Auch ist dieser Abschnitt schon mit großen Schmerzen der Hündin verbunden, so dass sie immer mal wieder einen kurzen kräftigen Schrei von sich gibt.

Dann geht es in die 2. Phase über. Das sind die Presswehen, die ganz deutlich an der Körperhaltung zu erkennen sind. Der Rücken beugt sich nach oben und die Rute fängt alle Kraft auf. Eine Presswehe dauert etwa 5 Sekunden, dann ist die Entspannung wieder da. Die Hündin wird jetzt immer unruhiger und wechselt ständig die Plätze. Ständiges Hecheln gehört dazu.

links: Der Welpe befindet sich im Geburtsgang

Jeder einzelne Welpe ist umgeben von einer Fruchthülle. Diese Hülle ist mit Fruchtwasser gefüllt und beim Austritt in die Welt platzt sie manchmal schon auf, oder aber die Hündin beißt die Blase, wenn sie sich am Ausgang befindet, auf - Fruchtwasser tritt aus.

Die Mutter wird nun die Eihaut mit der Nachgeburt am Nabel abbeißen, jetzt beginnt der Welpe zu leben. Sollte eine Hündin mal nicht den Welpen abnabeln, was immer mal wieder vorkommen kann, so gibt es an der Nabelschnur eine kleine "perforierte" Stelle, etwa 1 cm von der Bauchdecke des Welpen entfernt. Hier kann man mit den Fingernägeln (vorher gut desinfizieren)die Nachgeburt von der Nabelschnur trennen.

Jetzt wird der Welpe trocken geleckt, oder auch ich übernehme diese Arbeit mit einem schönen weichen Tuch. Hierbei kann ich auch kontrollieren, ob mit dem Welpen alles in Ordnung ist. Dann wird er gewogen und schnell der Mutter zurück gegeben.

Inzwischen hat die Mutter erst einmal ganz viel mit dem Welpen zu tun. Sie muss ihn tüchtig lecken, damit die Durchblutung und das Verdauungssystem angeregt werden. Auch hat sie jetzt etwas Zeit, sich zu erholen, bevor der nächste Welpe auf die Welt strebt. Der geborene Welpe kann sich inzwischen schon an der Milchquelle erfreuen, wenn er Glück hat, sprudelt sie schon. Der Saugreflex ist ihm angeboren und er wird alles daran setzen, dass die Mich zu laufen beginnt. Mit dieser ersten Milch bekommt er die "Kolostralmilch"! Hierin sind alle Abwehrkräfte enthalten, die ihm von der Mutter mitgegeben werden. - Viel Glück, du kleiner Shiba!

Immer mal wieder kann ein Welpe auch in Steißlage zur Welt kommen. Das ist nichts ungewöhnliches, aber besser ist es auf jeden Fall, wenn zuerst der Kopf da ist. Bei einer Steißgeburt streben als erstes die kleinen Füßchen auf die Welt. Hier kann man die Füßchen versuchen zu fassen und langsam, mit der nächsten Wehe, der Mutter unterstützend helfen und vorsichtig an den Füßchen ziehen. - Schwupps, ist auch dieser Welpe da. So geht es weiter, bis alle Welpen geboren sind.

Copyright by Doris Raue, "Benii Ken's" August 2010